Are we the champions?
Am 21.04. traf Wedel III in der Kreisklasse B der HMM 2026auf Blankenese V. Die Vorzeichen waren klar. Sollten wir gewinnen, wäre uns der Staffelsieg mit noch einer ausstehenden Runde, nicht mehr zu nehmen. Als Mannschaftsführer war ich deshalb sehr froh, dass Jürgen anbot uns zu helfen. Blankenese V ließ sich nicht lumpen und brachte Jörg Bartens als Ersatzspieler mit, was zu der Situation führte, dass Blankenese an Brett 7 ein DWZ-Plus von etwa 700 Punkten und Wedel III an Brett 8 ein DWZ-Plus von ca. 900 Punkten aufwies.
Wir traten mit einem DWZ-Schnitt von 1499 an, während Blankenese V einen Schnitt von 1249 DWZ an die Bretter brachte. Rechnerisch also eine recht klare Angelegenheit. 250 Punkt mehr, Gewinnwahrscheinlichkeit81%, sollte also irgendwie so um und bei 6,5-1,5 für uns ausgehen. Nun ist statistische Evidenz das eine und praktische Umsetzung das andere, zumal von der Beschreibung der Grundgesamtheit nicht auf den Einzelfall geschlossen werden darf.
Unpünktlich um 19:05 Uhr, da wir im gegenseitigen Einvernehmen etwas auf die Parkplatzsuchenden warteten, wurden die Bretterfreigegeben. Das Blankeneser Brett eins erschien leider nicht, so dass ich nach Ablauf der Karenzzeit um 20:00 Uhr kampflos gewann. Überraschenderweise liefen zu diesem Zeitpunkt die Partien an allen anderen Brettern noch. Da bin ich aus der Kreisklasse anderes gewohnt 😉

Ich meine, es war Sarmad, der den nächsten vollen Punktholte. Taktisch von Zug drei spielend, stellte er seinem Gegner eine komplizierte Frage nach der nächsten, bis dieser schließlich keine Antwort mehr hatte. Mir sei die persönliche Anmerkung gestattet, dass ich den abenteuerlustigen Stil von Sarmad sehr mag. Statt nach 1.e4 c5; 2.Sf3 d6; 3.Lc4Lg4?? mit dem typischen Motiv 4.Lxf7+ Kxf7; 5.Sxg5+ Ke8 6.Dxg4 den Bauerneinzukassieren und die Rochadestellung seines Gegners zu zertrümmern, bot Sarmad mit 4.Se5 freimütig seine Dame an, die aber wegen Matt nach Lxf7 nicht genommen werden darf. Das sah sein Gegner noch, aber kurze Zeit später hätte Sarmad die gegnerische Dame einkassieren können, was er aber leider nicht oder zu spät sah. Die unterhaltsame Partie gibt es hier zum Nachspielen:
An Brett 4 gab es eine typische Jarke-Stellung zu bewundern, mithin eine Stellung in der sich ausschließlich Martin wohl fühlt. Mit zwei Springern für den Turm und Angriff auf die Rochade-Stellung fühlen sich auch andere Spieler nicht unwohl, aber würden sie, wie Martin noch einen Springer ins Geschäft stecken? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Martin schnürte seinen Gegner jedenfalls ein, bis dieser unter dem Druck patzte und die Partie aufgab, da ein Tausch Dame gegen Turm alles andere als ein gleichwertiger Tausch ist. Plötzlich war es auch an Brett 5 vorbei. Gerds Gegner übersah in etwas besserer Stellung eine Taktik und schwuppdiwupp war die Tante weg. Mit der beharrlichen Weigerung an geeigneter Stelle, von der es einige gab, mal c5einzuschieben, hatte Gerd seine leicht besser Stellung Stück für Stückverschlechtert. Gut, dass er im 23. Zug den richtigen Zug 23. …Lxf2+ nicht fand, so konnte er diesen nicht geopferten Läufer im 25. Zug opfern und damit die gegnerische Dame gewinnen. Hier Partie zum Nachspielen:
Friedhelm hielt wacker dagegen, übersah aber erst einen Läufereinschlag auf h7, was den Bauern kostete und gab dann noch eine Figur für eher zweifelhafte Kompensation. Sein 700 DZW-Punkte schwererer Gegner brachte die Partie dann ohne ernste Probleme nach Hause. Mischa hatte recht früh eine Figur für zwei Bauern gewonnen und sich dann angeschickt, seinen Gegnereinzuschnüren, was auch gelang. Irgendwann wurde dann die Zeit seines Gegners knapp und die Probleme zu viel. Spiel, Satz und Sieg für Mischa. Seine (fast)perfekte Partie gibt es hier zu bewundern:
Jürgen kam sogar noch besser aus der Eröffnung als Mischa. Er gewann früh zwei Figuren und einen Turm. Statt diesen Vorteil nun humorlosauszunutzen, suchte er nach dem Matt und ließ etwas Gegenspiel, mit Betonung auf „etwas“, zu. Die Krönung war ein hübsches Mattbild, mit dem gegnerischen König irgendwo in der Mitte des Brettes. Den krönenden Abschluss setzte John. In einer wechselhaften Partie setzten sich seine Freibauern im Endeffekt gegen den gegnerischen Läufer durch. Mein Eindruck, der durchaus täuschen kann, war, dass John die Partie viermal gewinnen musste. Egal, wichtig ist ja, dass er zu Recht gewann. Wer jetzt fleißig mitgezählt hat, kennt das Endergebnis schon. Für alle anderen sei es nachfolgend tabellarisch aufgelistet:
| Brett | Name | DWZ | Ergebnis | Name | DWZ |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Toepfer | 1515 | + - - | Frenzel | 1503 |
| 2 | Habilov | 1729 | 1 - 0 | Berking | 1403 |
| 3 | Lüchau | 1532 | 1 - 0 | Thomann | 1188 |
| 4 | Jarke | 1509 | 1 - 0 | Lindemann | 1178 |
| 5 | Reinecke | 1450 | 1 - 0 | Wendt | 0 |
| 6 | Asir | 1339 | 1 - 0 | Zimmermann | 1086 |
| 7 | Michalke | 1228 | 0 - 1 | Bartens | 1600 |
| 8 | Jürs | 1687 | 1 - 0 | Simbeck | 784 |
| Wedel III | Ø1499 | 7-1 | Blankenese V | Ø1249 |
Das Ergebnis bedeutet, dass wir uneinholbar auf Platz eins der Kreisliga B stehen. Mit 10 Mannschafspunkten führen wir vor Barmbek V (9Mannschaftspunkt), die kein Spiel mehr haben und Wilhelmsburg II, die bei einem noch offenen Spiel ebenso wie Königgspringer VII 6 Mannschaftspunkte aufweisen. Die im Titel dieses Beitrags aufgeworfene Frage kann wie folgt beantwortet werden: Yes, we are the champions … of the Kreisklasse B 😉
Bevor wir den Aufstieg feiern, treten wir am 07.05. noch zur letzten Runde bei Wilhelmsburg II an, wo wir uns schonmal an das Kreisliga-Niveau gewöhnen können; zumindest, wenn Wilhelmsburg II in Bestbesetzung antritt.